Review

Uli Wunner, ein gern gesehene Gast, präsentierte zu diesem Konzert den erstklassigen Trompeter Leroy Jones aus New Orleans. Allein ihm zuzuhören war bereits ein Genuss. Jeroy zählt zu den interessantesten und kreativsten Trompetern unter den Traditionalisten des Jazz. Darüber hinaus klingt in seinen Passagen und Sequenzen oft auch die Liebe zum Swing / Modern Swing. Leroy versteht es hervorragend, die unterschiedlichen Stile zu kombinieren und ineinander übergehen zu lassen. Seine Spieltechnik ist bewundernswert und nötigte Uli Wunner (cl, sax) ebenfalls das ganze Können ab. Er umspielte und umschmeichelte die Trompete gekonnt und vor allen Dingen swingend. Die solistischen Part wurden von beiden Protagonisten makellos gemeistert. Beide Frontmen sind aufeinander eingespielt. Nicht umsonst hat man deshalb auf die Posaune verzichtet.
Harry Kanters, der am Piano einen äußerst guten Tag erwischt hatte, war der Garant für einen phantastisch klingenden Klangkörper, Stefan Treuter am Schlagzeug der Garant für einen bombensicheren Rhythmus. Zusammen mit Karel Algoed am Kontrabass legten sie einen Teppich, auf dem die Frontline sicher agieren konnte.
Leroy’s Moderation und sein authentischer Gesang komplettierten den sehr guten Eindruck des Quintetts. Besonders sein Gesangstück „Paradise of Earth“ war eine Hommage für die Stadt New Orleans, mit der er auf die große Flutkatastrophe in seiner Heimatstadt aufmerksam machte --- ein weiteres Highlight an diesem Abend.
Die kreolischen Musikelemente kamen im Programm allerdings etwas zu kurz, was den hervorragenden Gesamteindruck keineswegs schmälerte.
Die meisten Stücke, dieses launigen Jazzabends wurden von Leroy Jones für das Quintett bearbeitet, wie z.B. Carneval is back in Town, C-Jam Shuffle, Two for One, Armstrong Parade, Paradise of Earth, Caipirinha.

 

Samstag, 06.10.2018, 20:00 Uhr
Schlössle Brauerei, Schlössleweg 3, Neu- Ulm/ Offenhausen

 

 

 

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